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Ziel der Tagung

Die Tagung greift aktuelle Konzepte der Auseinandersetzung mit Religionen im schulischen Alltag auf und diskutiert Perspektiven für eine erweiterte Berücksichtigung von religiöser und kultureller Differenz mit den Zielen einer vorurteilsfreien, offenen Auseinandersetzung mit Religionen, einer gelingenden Integration und der Prävention von Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus. Die Tagung sensibilisiert für die Bedeutung von Religionen im schulischen Alltag, insbesondere der Schülerinnen und Schüler, und für die Entwicklung von Schule als Lernort für demokratische und soziale Bildung.
Zielgruppe der Tagung sind Lehrerinnen und Lehrer der gesellschaftswissenschaftlichen Fächer, insbesondere pädagogische Leiter, Vertreterinnen und Vertreter von Lehrer-Fortbildungseinrichtungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kultusbehörden, insbesondere mit Zuständigkeit für die Lehrplanentwicklung.
 

Hintergrund

Religiöse und kulturelle Vielfalt ist an der Schule in besonderer Weise präsent. Kenntnisse über die alltagspraktische Bedeutung von Religionen und Verständnis über religiös begründete Wertorientierung erhalten für Schülerinnen und Schüler vor dem Hintergrund der Ausbildung eines eigenen Wertehorizontes und der damit verbundenen Notwendigkeit von Abgrenzungen eine wichtige Funktion. Dies betrifft sowohl den Zusammenhang von Migration und Integration als auch die Defizite angesichts eines zunehmenden Traditionsverlustes in der christlichen Kultur. Dies stellt die Schule vor drei zentrale Herausforderungen:
(1) Schule wird verstärkt der Ort sein, der die Wissensvermittlung kultureller und religiöser Traditionen für Schülerinnen und Schüler unterschiedlichster Herkunft leistet;
(2) die Erfahrung kultureller Differenz muss dabei didaktisch so bearbeitet werden, dass eine offene Auseinandersetzung über die Bedeutung von Religionen ermöglicht wird, die die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler einbezieht;
(3) die Auseinandersetzung mit Religionen muss in geeigneter Weise auch außerhalb der "klassischen" Schulfächer Religion / Ethik zum Gegenstand des Unterrichts werden, wenn traditionelle Zuordnungen von "religiös" und "profan" der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler nicht mehr entsprechen und viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr religiös gebunden sind.
 

Konzept

In verschiedenen Disziplinen und Arbeitsbereichen wird zurzeit an neuen, innovativen Konzepten für die Auseinandersetzung mit Religionen in der Schule gearbeitet (zum Beispiel das Hamburger Modell des Religionsunterrichts). Die Tagung ist ein Forum für die Diskussion solcher Konzepte aus der konfessionellen Religionspädagogik und der Religionswissenschaft. Das zentrale Interesse der Tagung gilt dabei solchen Ansätzen, die die Aspekte interkulturelle Kompetenz, ganzheitliches Lernen / Lernen mit allen Sinnen, Orientierung an Erfahrungen von Schülerinnen und Schülern, die Entwicklung sozialer Kompetenzen und die Nutzung außerschulischer Lernorte in den Mittelpunkt stellen.
 
Eine begleitende Ausstellung widmet sich dem Einzelgebiet "Materialkoffer Religion", das auch auf der Tagung als Beispiel für neue Ansätze und Methoden verhandelt wird. Es sollen verschiedene, vorhandene und auch im Projekt "Lernwerkstatt Weltreligionen" entwickelte Materialkoffer vorgestellt werden.
 
Die fachpraktischen Themen und Präsentationen und die theoretische Fundierung der Tagung richten sich nicht nur an Pädagogen, die dazu motiviert werden, neue Methoden und Ansätze an ihrer Schule umzusetzen. Es soll zugleich eine Sensibilisierung der Entscheidungsträger in den Kultusministerien, den Einrichtungen für Lehrerfortbildung sowie den pädagogischen Leitungen an Schulen stattfinden. Ziele sind, (1) bei der Weiterentwicklung der Curricula / Rahmenlehrpläne die stärkere Integration des Themas Religion in den Fächern Gesellschaftslehre, Deutsch, Geschichte, Politik, Kunst, Musik zu beachten, (2) bei der Planung von Fortbildungsangeboten, der Ausarbeitung von Schulprofilen und der Entwicklung von qualifizierten Ganztagsangeboten die facherübergreifende Relevanz des Themas Religionen einzubeziehen sowie (3) die Möglichkeiten und Chancen Themas Religion für den gemeinsamen Lernort Schule zu nutzen. Die Tagung ist damit ein Baustein für die Weiterentwicklung von Schule, sie gibt Anstöße für die Diskussion in den einzelnen Bundesländern.
 

 
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